Wetterauer Zeitung Artikel Rentnerin gegen Volksbank Mittelhessen

 

 

 

Vor 7 Jahren wurden einer damals 68jährigen Rentnerin von der Volksbank  Mittelhessen Schiffsfonds als Anlage verkauft. Leider ist mir nicht bekannt, ob diese Dame mit Wissen der Bank ihren >>Rentennotgroschen<< eingesetzt hat oder ob diese Rentnerin vermögend ist.

 

Ein Schelm ist, wer Böses dabei denkt.

 

Das >>Sprichwort<< weist darauf hin, dass es nahe liegend ist, ein eigennütziges Kalkül hinter etwas zu vermuten.

 

Vor Gericht sind nicht alle Menschen gleich. Ich bin vom Richter Keller erst gar nicht angehört worden. Lesen Sie bitte alle Links auf dieser Website.

 

 

Folgender Artikel wurde am Dienstag, 15.04.2014 - Nr. 89 Seite 33 in der Wetterauer Zeitung veröffentlicht:

 

Volksbank muss Kundin entschädigen

 

Rosbacher Rentnerin bekommt 15.000 Euro wieder, die sie in Schifffonds angelegt hatte - Gericht: Risiken kaum zu überblicken

 

Rosbach/Gießen (si). Die Volksbank Mittelhessen hat im Rechtsstreit mit einer Rosbacher Kundin, der sie vor sieben Jahren Anteile an einem Schiffsfonds vermittelt hatte, eine umfassende Niederlage erlitten. Das Geldinstitut muss der Rentnerin die 15.000 Euro erstatten, die sie damals angelegt hatte, und ihr darüber hinaus Schadenersatz leisten. Sogar Steuernachzahlungen, die der Frau noch drohen können, muss die Bank übernehmen. Sie sei fehlerhaft beraten worden, urteilte nun die 2. Zivilkammer des Giessener Landgerichts.

 

Die inzwischen 75-jährige war schon lange Zeit Volksbank-Kundin, als ihr Berater ihr 2007 die >>MS >Vilano< Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG<< empfahl. Ähnliche Investments sind vom Immobilienmarkt bekannt. Dort erwirbt man mit dem Kauf Anteile zum Beispiel an einem Bürogebäude. Bei der >>MS Vilano<< wurde man Miteigentümer eines Containerschiffs. Mit allen Chancen, aber auch allen Risiken.

 

__________________

 

Keinen Cent verdient

__________________

 

2007 - dem Jahr, bevor die US-Großbank Lehman zusammenbrach und die Weltwirtschaft in Turbulenzen stürzte - war von Risiken nur wenig zu hören. Ein Fehler, wie viele Anleger inzwischen schmerzhaft erfahren haben. Denn so wie die Frau aus der Wetterau haben weitere 250000 Deutsche Geld in Schiffsfonds stecken, schätzen Experten. Doch weil es am Schiffsmarkt große Überkapazitäten und einen ruinösen Wettbewerb gibt, ist dort kaum mehr Geld zu verdienen.

 

Für die Rosbacherin bedeutet das konkret: Sie hat bis heute keinen Cent mit >>MS Vilano<< verdient, obwohl ihr der Berater >>überdurchschnittliche Renditen<< in Aussicht gestellt hatte. Ihr drohte bis zum jetzigen Urteil sogar der Totalverlust. Denn Schiffsfonds sind komplizierte Gebilde - mit Währungsrisiken >>Komman-ditistenhaftung<< und >>Loanto-Value-Klauseln<<, über die Ausschüttungen nachträglich zurückgefordert werden können, sowie weitere Unwägbarkeiten, die nur Experten durchschauen. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind die meisten Mitarbeiter einer beliebigen deutschen Bank davon überfordert - und erst recht eine durchschnittliche Kundin.

 

Wie immer in solchen Fällen stand nun vor Gewicht das Beratungsgespräch im Mittelpunkt, das eigentlich ein Verkaufsgespräch ist. Welche Risiken hatte der Angestellte angesprochen? Was hatte die Frau unterschrieben? Bei der mündlichen Verhandlung vor fünf Wochen standen die Aussagen des Bankmitarbeiters und die der Rentnerin unvereinbar gegeneinander. Klar war, dass die Anlegerin mit ihrer Unterschrift bestätigt hatte, sie sei >>risikobewusst<<. Dies und alles Weitere im Protokoll habe sie unterzeichnet, räumte sie ein. Allerdings habe das der Kunden- betreuer vorher so eingetragen - wohl um sie >>in Richtung Schiffsfonds zu lenken<<, meinte sie.

 

_____________________________

 

Risiko nicht hinreichend gewürdigt

_____________________________

 

Ohne Zweifel sei die Frau beraten worden - und zwar in >>fast allem<<, was erforderlich sei, hielt die Kammer im Urteil fest. Die entscheidenden Punkte habe der Mitarbeiter jedoch >>nur oberflächlich angesprochen<<. Vor allem das Risiko des Totalverlusts sei von ihm nicht hinreichend gewürdigt worden. Genau das wäre notwendig gewesen, selbst wenn ein Totalverlust damals unwahrscheinlich erschienen sei. Auch andere Risiken hätte er deutlicher ansprechen müssen. Etwa mögliche Probleme bei der Weitervermietung/Nichtauslastung des Schiffes oder Verluste infolge einer steuerlichen Neubewertung. Fazit des Gerichts: Ein Schiffsfond wie der >>MS Vilano<< sei nicht einmal für risikobewusste Anleger geeignet - da die wirtschaftlichen Risiken selbst für ihn kaum zu überblicken seinen.

 

Bei der Wetterauer Zeitung haben sich nach dem ersten Bericht weitere Anleger - nicht nur der Volksbank - gemeldet, die sich von ihrem Geldinstitut bei Schiffsfonds ebenfalle falsch beraten fühlen.