Chronologie der Ereignisse

Es war einmal, so fangen alle Märchen an. Zwei strebsame Menschen, mein Mann und ich, dachten an die Zukunft. Nachdem wir unser Haus fast abbezahlt hatten, wollten wir für unser Alter vorsorgen. Also dachten wir, wir kaufen uns eine kleine zusätzliche Immobilie und haben dann, wenn wir ins Rentenalter kommen, eine kleines Zubrot. So planten wir also, lasen am Wochenende den Immobilienteil in der Zeitung und hatten schließlich das Passende gefunden. Was lag näher, als zu unserer Hausbank zu gehen, denn schließlich war unser Wohnhaus auch von dieser Bank finanziert worden.

 

Nach Beratungen durch Herrn Schwarz von der Wetterauer Volksbank (heute VB Mittelhessen und Herrn Dettmann von Deutscher Lloyd Versicherungen (heute Thuringia LV) schlossen wir eine Kapitallebensversicherung für mich, eine Risikolebensversiche­rung für meinen Mann und separat einen Kreditvertrag ab. Uns wurde das gesamte Vertragswerk so beschrieben, dass mit dem Abschluss einer Kapitallebensversicherung (jährliche Versicherungsprämien, heute in Euro 3.175,08 ohne Tilgungsleistungen) auf meinem Namen und mit Abschluss der Risikolebensversicherung auf den Namen meines Mannes jeder im Falle des Todes des Ehepartners voll abgesichert ist. Es wurde uns erklärt, dass die Versicherung meines Mannes sich so verringert, wie zur gleichen Zeit meine Versicherung ansteigt und so immer das Baufinanzierungsdarlehen in Höhe von 84.363,16 € voll abgesichert ist.

 

Als mein Mann verstarb stellte sich heraus, dass die Finanzierungsplanung fehlerhaft war. Die Verträge waren nicht miteinander verknüpft. Nur mit erheblichen Verlusten hätte ich das Kapital aus meiner Versicherung erhalten können. Bis dahin, nach 6 Jahren Versicherungsverlauf, war bereits ein Defizit in Höhe von ca. 16.000 € entstanden. Uns bzw. mir konnte auch nicht bekannt sein, dass die Überschussverzinsung über die gesamte Versicherungsdauer mit unrealistischen 7,8 % kalkuliert war. Die Summen waren schöngerechnet. Der Garantiezins in Höhe von damals 3,25 % erreichte nach meinen Berechnungen nach Ablauf meiner Lebensversicherung ganze 1,85 %.

Der Verlust hatte sich nach Auszahlung meiner Versicherung auf nunmehr 18.000 € hochgerechnet. Insgesamt wurden über 21 % weniger ausgezahlt, als ursprünglich errechnet. Eine stolze Rendite!

 

Nach einem informativen Gespräch bei der Verbraucherzentrale Hessen strebte ich einen Zivilprozess gegen die VB Mittelhessen an. Meine Klage wurde in einem höchst fragwürdigen Prozess abgewiesen. Über die Urteilsfindung und den Umgang mit meiner Person in einem rechtsstaatlichen Verfahren möchte ich hier berichten.

 

Da ich sowohl den Ausgang als auch das Verfahren an sich so nicht akzeptieren konnte, wandte ich mich an den Landesbeauftragten des Petitionsausschusses mit der Forderung, auf die Diensthaftpflichtversicherung zurückzugreifen. Mit dem Hinweis auf die richterliche Unabhängigkeit wurde ich auf Armenrecht verwiesen.  Eine öffentlich rechtliche Fernsehanstalt hat mir jedoch bezüglich der Diensthaftpflichtversicherung andere Auskünfte erteilt.

 

Mein Bestreben, ein Berufungsverfahren anzustrengen, verursachte durch das anwaltschaftliche Handeln weitere Kosten in Höhe von ca. 2.400 €. Auf Anrates des Anwaltes wurde das Berufungsverfahren nicht in Angriff genommen.