Beratung Berufungsverfahren

Beratung Berufungsverfahren durch RA. Tschacksch., Offenbach, kennengelernt und kontaktiert als Erstberater bei der Verbraucherschutzzentrale Frankfurt a. M.

 

Zum Sachverhalt:

Mit Schreiben vom 22.08.2005 wurde mir von Herrn RA. Tsch. ‚ mein damaliger Anwalt, mitge­teilt:

„… Das Urteil selbst erscheint mir fehlerhaft, da entgegen den Gründen durchaus wei­tere Beweismittel angege­ben waren, nämlich usw. ...“

Abs. 4: „Das Urteil erscheint daher rechtsfehlerhaft und eine Berufung aussichtsreich. …“

„Aus meiner Sicht gewiss ist allerdings, dass das Urteil mit der vorliegenden Begründung fehlerhaft ist.“

 

Das Beratungsgespräch zwischen dem Anwalt und im Beisein eines Zeugen fand statt mit dem Ergebnis, ein Beru­fungsverfah­ren anzustrengen. Die Kosten für das durchzuführende Beru­fungs­verfahren wur­den mir bekannt gegeben. Ich verwies ausdrücklich auf die Ein­haltung der Fristen. Ohne mein Zutun und mein Einverständnis wurde sei­tens des RA. Fristverlängerung für die Berufungsbegründung beantragt.

 

Mit Schreiben vom 15.11.2005 wurde mir, nachdem die beantragte Fristverlängerung fast abgelaufen war, von Herrn RA. Tsch. mitgeteilt:

 

„… Das Urteil Landge­richt Gießen stellt maß­geblich auf Ihr Schreiben vom 02.06.2003 ab, in dem es u. a. heißt, dass Herr Schwarz den Herrn von der Generali (Thuringia) Dettmann vorgestellt habe, bei dem dann die Verträge abgeschlossen worden seien etc.

Das Risiko, das ich sehe, ist das, dass Dettmann und Schwarz sich kurz schließen und sich auf die Wortwahl Ihres Schreibens vom 02.06.2003 verständigen, also im Falle einer Ver­nehmung ein­fach behaupten, es sei so gewesen, wie von Ihnen dort geschil­dert.

Ich will Sie mit meinem Hinweis nicht davon abbringen, die Berufung durchzuführen, möchte aber vermeiden, dass man dann, wenn es so verlaufen sollte wie vorstehend geschildert, im Nachhinein sagt, das hätte man sich ja denken können ...“ usw.

 

Nach einem langen Telefonat, teils sachlich, teils unsachlich, ließ ich mich überzeugen, von dem Berufungsverfahren Abstand zu nehmen.

 

Alle zur Aus­wertung notwendigen Unterlagen lagen dem RA. vor. Bei ordnungsgemäßer Beratung hätte ein Berufungsverfahren erst gar nicht angestrengt werden müssen. Zuerst wurde eine Beru­fung empfohlen, dann wurde davon abgeraten. Die Verschleppung des Termins, die nicht von mir zu verantworten ist, hat eine zeitnahe andere Meinungseinholung unmöglich gemacht.

Ohne Absprache wurde Fristverlängerung beantragt. Durch die weitere Verschleppung der Bearbeitung konnte keine andere Anwaltskanzlei mehr eingeschaltet werden. Über die Kon­sequenz aus dem Verzicht auf das Berufungsverfahren wurde ich nicht aufgeklärt. Für die entstandenen Kosten hätte ich auf jeden Fall diese Personen für vielleicht einen geringeren Streitwert arbeiten lassen.

An unnötige Kosten sind mir 2.487,31 € entstanden und von mir beglichen worden:

 

Schreiben vom 09.12.2005 - RA. T. = 450,00 €, Schreiben vom 21.12.2005 - Gerichtskasse Frankfurt = 340,00 €, Weitere Kosten wurden mir in Rechnung gestellt und wurden beglichen = 1.697,31 € zusammen  2.487,31 €.

Daraufhin habe ich meine nun bestehende Rechtsschutzversicherung kontaktiert.

 

In einem zwei Seiten langen Antwortschreiben der Rechtsschutzversicherung wurde auch mit­geteilt, dass sie schwerlich Erfolgsaussichten für die Falschberatung erkennen, jedoch wurde unter den üblichen Bedingungen wie Selbstbehalt mir die Übernahme der Kosten zugesi­chert.

Natürlich habe ich mich auch hier an einen Rechtsan­walt gewandt. Dieser Anwalt lehnte die Vertretung eines anstehenden Rechtsstreites ab.

Zur Kostenfest­setzung wurde mir jedoch die Auskunft gegeben, der Selbstbehalt für diese Rechtsberatung war höher als diese Rechtsberatung hierfür tatsäch­lich ohne Rechtsschutzversicherung gekostet hätte. Mir wurde das Angebot unterbreitet, für etwas mehr als 400 €, der genaue Betrag ist mir leider entfal­len, könnte ich die Unterlagen, die zu dem Urteil geführt haben, prüfen lassen und bei sichtbaren Feh­lern meines damali­gen Anwaltes Schadenersatz fordern.

Ich habe mich daraufhin entschlossen, kein weiteres Verfahren anzustrengen, da ich mir sicher bin:

 

Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus!